iPad-Hype

Nun ist es endlich da. Steve Jobs stellte letzten Mittwoch in San Fransisco eine neue Kreation aus dem Hause Apple vor: das iPad. Ich mag Appleprodukte, besitze selbst einen iMac und natürlich einen iPod. Trotzdem bezeichne ich mich nicht als ultimativer Apple-Fan und es gibt durchaus einige Kritikpunkte, zumindest an der Hardware von iMac, MacBook und Co.

Einer der Hauptkritikpunkte am iPad nach dessen Vorstellen war, dass das Gerät keine integrierte Kamera hat. Schaue ich mir die bescheidene Bildqualität von Handykameras (vor allem auch die des iPhones) an, dann kann ich dieses Argument nicht nachvollziehen. Außerdem ist das iPad schlicht zu groß um als Kameraersatz zu taugen. Auch das Fehlen einer Webcam zur Nutzung von Skype halte ich für vertretbar. Die integrierte iSight Kamera meines Macs habe ich genau ein einziges mal zu diesem Zweck genutzt und das war es dann auch schon.

Bemängelt wird auch, dass das iPad nicht aufrüstbar ist. Liebe Apple User, das ist für uns doch nichts neues. Oder hat jemand schon einmal versucht bei einem Mac mini die Festplatte zu tauschen? Mit Schaudern denke ich an diverse Anleitungen im Internet, aus denen hervorgeht, wie man mit angeschliffenen Spachteln das Gehäuse des kleinen Macs knackt. Vom kompletten Zerlegen eines iMacs um an dessen Massenspeicher zu kommen, ganz zu schweigen. Übrigens kann man bei einem Dell Inspirion Mini weder Festplatte noch Arbeitsspeicher selbst tauschen. Bestellt man es im Dell-Shop in einer vernünftigen Konfiguration, so liegt der Preis schnell bei über 500 €. Für wahr kein Schnäppchen mehr.

Steve Jobes bei der Präsentation des iPads in San Fransisco

Steve Jobs bei der Präsentation des iPads – Schicker Flunder oder Flop?
© Matt Buchanan, CC-BY-SA, Wikimedia Commons

Und dann das Totschlagargument: es gibt keinen Slot für SD-Cards um den Speicher zu erweitern! Seltsamerweise verzichten iPhone und iPod Touch ebenfalls auf einen SD-Slot. Selbst das Einsteiger-MacBook (das mit dem Unibody-Gehäuse aus weißem Kunststoff) kann nicht mit SD-Cards befüttert werden. Hier wird dies aber kritiklos goutiert.

Ich frage mich auch, für was man dem Gerät einen GPS-Sensor hätte spendieren sollen. Etwas seltsam ist es zwar schon, wenn Steve Jobs während seiner Keynote Google Maps und Street View vorführt, das Gerät aber kein integriertes GPS hat. Hier gilt aber das gleiche Argument wie bei der fehlenden Kamera: für einen elektronischen Stadtführer oder als GPS-Tracker ist das Gerät schlicht zu groß. Hier wäre ein Smartphone oder -fürs GPS-Tracking- ein GPS Logger wesentlich sinnvoller. Das iPad ist sicher nicht dafür gemacht worden um beim nächsten Halbmarathon, auf den Rücken geschnallt, regelmäßig GPS-Daten zu speichern, um diese dann später in Google Maps zu exportieren.

Allerdings würde dem Gerät zumindest ein USB-Anschluss gut stehen. Ob das verwendete Betriebssystem multitaskingfähig ist scheint noch nicht genau festzustehen. Wenn dem so ist, dann wäre dies ein echtes Manko.

Bei aller Kritik sollte man immer berücksichtigen, für was das iPad entwickelt wurde. Es ist ein einfach zu bedienendes Stück Hardware, optional mit UMTS, das primär zum Surfen, E-Mails lesen, Musikhören und Spielen gedacht ist und dabei noch schick aussieht. Als Arbeitsmittel taugt es nicht, da sollte man eher zu einem MacBook Pro oder zu einem Notebook aus der Windowswelt greifen. Das iPad hingegen steht irgendwo zwischen iPhone, iPod Touch und einem Netbook.

Wie immer ist der Verwendungszweck für das Produkt entscheidend. Wollte ich mir ein Auto mit viel Platz für die Familie kaufen, so bin ich mit einem Sportwagen eher schlecht bedient. Umgekehrt sind die Fahrleistungen eines Kombis oder Vans von Natur aus eher bescheiden. Aber den Pampersbomber habe ich mir ja auch nicht gekauft um das Sprintduell an der Ampel zu gewinnen…

25 Jahre Macintosh

25 Jahre Mac. Angefixt durch my first iPod habe ich mir im Sommer auch einen Mac gekauft. Den Kabelsalat unterm Schreibtisch und den drögen grauen Kisten überdrüssig, war es natürlich ein iMac:

iMac Alu

© Matthieu Riegler, CC-BY-SA, Wikimedia Commons

Einfach elegant und – dank Boot Camp und Parallels – auch mit Windows zu betreiben. Stinkt aber aber gegen Mac OS X ziemlich ab. Wer braucht schon eine Sidebar wenn er ein Dashbord haben kann? Übrigens war es nicht mein erster Mac. Check this Designsünde:

All About Apple, Linuxerist, Lizenz: GNU Free Documentation License
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Die Ufo-Maus meines iMac Lime dient mittlerweile als anachronistischer Staubfänger.

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