Schwarz-weiß

Wieder einer dieser epischen Facebookposts die mich nerven. Er, Hundebesitzer, beklagt sich larmoyant über hundehassende Rentner, rabiate Radfahrer, fiese Jogger und Walker und überhaupt über all die bösen, intoleranten Mitmenschen die seinem Vierbeiner nicht wohlgesonnen sind. Zustimmende Kommentare aber keine Reflektion über die eigentlich völlig einseitige Aussage. Vielleicht gibt es ja wirklich Menschen, die Angst vor Hunden haben. Vielleicht gibt es auch Mütter und Väter die es gar nicht so toll finden, wenn der Sandkasten des örtlichen Spielplatzes zum Hundeklo umfunktioniert wird. Und vielleicht gibt es ja Radler, die sich bei voller Fahrt in einer dieser superlangen Hundeleinen verfingen und nach einem dreifachen Salto unsanft den Boden küssten.

Dabei erinnerte ich mich an die Situation als ich das letzte Mal, würgend, Hundescheiße aus den Sohlen meines Laufschuhs kratzte. Hätte ich den Verursacher des Haufens in den ich getreten bin zu fassen bekommen, ich hätte in diesem Moment für nichts garantieren können. Fände das Verfasser des Posts toll, fragte ich mich? Es wäre nun ein Leichtes, pauschal alle Hundebesitzer und deren vierbeinigen Anhang zu hassen und dies zu posten. Ich bin mir sicher, es hätte viele zustimmende Kommentare gegeben, bevorzugt von Läufern, Mountainbikern usw. von denen jeder mindestens eine Anekdote mit Hunden auf Lager hat.

Ich erinnerte mich aber auch daran, dass viele Hundebesitzer ihre Fifis am Halsband festhalten, wenn unsere Laufgruppe an ihnen vorbeihechelt. Manche sogar freundlich grüßend oder einen aufmunternden Spruch auf den Lippen. Obwohl selbst kein Hundebesitzer und, ehrlich gesagt, auch mit einer gewissen Abneigung gegen Hunde ausgestattet, erinnerte ich mich an eine nette Begegnung mit einem Pärchen, das einen wirklich knuffigen Labrador Gassi führte. Also doch nicht alles schwarz-weiß.

Es ist wohl immer eine Frage des subjektiven Empfindens und Fähigkeit, in bestimmten Situationen tolerant zu sein. Ich fasse mir selbst an die Nase: als Fahrradfahrer nerven mich Autofahrer die mich mit zu geringen Abstand überholen, mich schneiden oder den Fahrradweg zuparken. Umgekehrt nerven mich als Autofahrer die Fahrradfahrer, die auf der Straße anstatt auf dem Radweg fahren und ich gebe zur, dass ich sicher auch schon den ein oder anderen Radler mit weniger als einem halben Meter abstand überholt habe und prinzipiell ziemlich genervt bin von dem Verhalten mancher Radlerrambos. Als Velofahrer habe ich andererseits auch schon die ein oder andere nicht ganz StVO-konforme Aktion gebracht.

Bin ich im Wald mit meinem Velo unterwegs, dann nerven mich die Läufer, Spaziergänger und Nordic-Walker die den ganzen Waldweg brauchen, keinen Platz machen und mir den Schwung nehmen. Umgekehrt nerven mich als Läufer die Biker, die von hinten angeschossen kommen und, natürlich ohne zu klingeln, im Zentimeterabstand an mir vorbeirauschen.

Wir brauchen im Umgang miteinander mehr Toleranz, mehr Gelassenheit und die Fähigkeit, sich in bestimmten Situationen in die Sichtweise und das Empfinden des anderen hineinzuversetzen. Das hört sich nach Friede, Freude, Eierkuchen an, ich weiß. Und es erfordert auch ein hohes Maß an Beherrschung (ich habe es selber ausprobiert), das Tempo der rasanten Bergabfahrt zu drosseln, sich rechtzeitig per klingeln bemerkbar zu machen und langsam an dem Pulk Läufer oder Spaziergänger vorbeizufahren. Aber es hilft.

Was nicht hilft sind Facebookposts die alle Nichthundebesitzer, Rentner, Läufer, Walker, Biker usw. zu intoleranten Mitmenschen erklären. Wer Toleranz von anderen erwartet, der sollte immer bei sich selbst anfangen.

PS. Und natürlich habe ich meinen Hass gegen Hunde, deren Hinterlassenschaften und deren Besitzer getwittert, nachdem ich meine Schuhe zwar gesäubert, aber den Geruch von Hundekacke noch Stunden später in der Nase hatte. Außerdem fällt es mir immer noch schwer, schnell Platz für rasende Mountainbiker zu machen. Aber ich arbeite daran.

PPS. Note to myself: Mehr Gelassenheit!

vox populi

Wenn Sport und Politik aufeinandertreffen, so ist das Ergebnis manchmal überraschend. So geschehen gestern in der Schleyerhalle in Stuttgart. Durch einen Kollegen meines Lauftreffs kam ich an eine Freikarte für den Sparkassen Cup. Der Cup ist ein indoor Leichtathletik Meeting, bei dem in der Vergangenheit schon Dieter Baumann, Daley Thompson und Gabriel Haile Gebrselassie um die Wette rannten. An der Stelle möchte ich anmerken, wie leicht mir doch die Worte Leichtathletik Meeting, indoor etc. aus den Fingern gleiten. Es muss daran liegen, dass ich selbst Sport mache. Aber ich schweife ab.

Etwa zu Mitte der Veranstaltung stellte der Hallensprecher ein paar Politiker vor die in der VIP-Lounge, wahrscheinlich bei Prosecco, und Lachsschnittchen, versuchten, sich im Glanz der Veranstaltung zu sonnen. Vermutlich stellen sich die Herren so Volksnähe vor.

Zunächst wurde Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster vorgestellt. Erst Buhrufe, kein Applaus. Dann der baden-württembergische Landtagspräsident Peter Straub. Dass sich Straub kurz vor Ende seiner Dienstzeit noch einen Porsche Panamera als Dienstwagen genehmigen lassen wollte, hatten wohl einige Zuschauer nicht vergessen. Wieder Buhrufe, diesmal aber deutlich lauter als bei Wolfgang Schuster. Zum Abschluss der Politikervorstellungsrunde wurde dann Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech angekündigt. Beim Hauptverantwortlichen für den Polizeieinsatz im Schlosspark vom 30.09.2010, machte sich sich der Volkszorn dann noch einmal um einige Dezibel lauter Luft.

Nach der Vorstellung einiger Sparkassenvorstände, Vorvorstände und wahrscheinlich auch Ihrer Kindermädchen und Putzfrauen -ich habe irgendwann einfach nicht mehr hingehört- war der Spuk vorbei. Ein älterer Herr hinter mir raunte: “Müssen diese Affen eigentlich alle vorgestellt werden?” Ich bin mir nicht sicher, ob er dabei die Vorstandsmitglieder der Sparkasse oder die drei Politiker meinte.

Odyssey

Wer eine Reise tut, der hat was zu erzählen. So oder so ähnlich muss wohl das Credo aller Bahnreisenden lauten. Zumindest dann, wenn sie mehr als 100 km mit der Deutschen Bahn zurücklegen wollen.

Ich war auf Dienstreise nach Lübeck und wollte am Mittwochnachmittag wieder zurück nach Stuttgart fahren. Eigentlich eine entspannte Angelegenheit dachte ich. Doch hatte ich die Rechnung ohne die Deutsche Bahn AG gemacht.

Mittwoch, 16.06.2010, 17:10 Uhr, Lübeck Hauptbahnhof

Ich war selbst schuld, dass der Beginn meiner (eigentlich unserer) Odyssee so hektisch war. Der Termin den mein Kollege und ich wahrnehmen mussten, dauerte länger als geplant und so kamen wir mit einem freundlichen Taxifahrer buchstäblich auf den letzten Drücker zum Bahnhof. Den Zug um 17:10 Uhr erwischten wir aber noch und waren pünktlich um 17:51 am Hauptbahnhof in Hamburg.

Mittwoch, 16.06.2010, 18:00 Uhr, Hamburg Hauptbahnhof

Der Zug um 18:01 direkt nach Stuttgart viel aus und so beschlossen wir den ICE zu nehmen, der zur gleichen Uhrzeit nach Würzburg fuhr. Dort hätten wir dann um 21:37 Uhr in den Regionalexpress nach Stuttgart umsteigen müssen. Ein kühnes Unterfangen, da unser ICE erst um 21:32 Uhr in Würzburg ankommen sollte. Die Horrorgeschichten zum Thema Pünktlichkeit und Bahn im Hinterkopf, wandten wir uns vertrauensvoll an einen Bediensteten der Bahn AG, denn unser ICE sollte erst mit zehnminütiger Verspätung Hamburg verlassen.

Der erklärte uns mit hanseatischer Gelassenheit, aber durchaus freundlich, dass der Zug das schon schaffen werde. Auf die Frage, warum der Zug Verspätung habe, obwohl er doch bereits im Bahnhof stand, erklärte er, die Wagons müssten zunächst noch gereinigt werden.

Mittwoch, 16.06.2010, ca. 19:00 Uhr ICE 885 Richtung Würzburg

Mein mitreisender Kollege hatte am gleichen Tag schon eine beachtliche Reise hinter sich. Irgendwann um 04:00 Uhr losgefahren, strandete er frühmorgens kurz vor Würzburg, da sein Zug wegen eines Oberleitungsschadens nicht mehr weiterfahren konnte. Mit viel Glück und unter abenteuerlichen Umständen erreichte er den Bahnhof in Würzburg und erwischte so noch einen ICE nach Hamburg, der ihn fast pünktlich zu unserem gemeinsamen Termin nach Lübeck brachte. Zwischendurch schrieb er eine SMS mit dem Inhalt: “Reisen ist ein Abenteuer”.

Dermaßen vom Schicksal eines Reisenden gebeutelt, bat er mich (nach der obligatorischen Kurzvorführung meines iPads), doch kurz unter www.bahn.de nachzuschauen, ob das mit der Rückfahrt von Würzburg aus den klappen würde. Nach ewig langen Minuten und diversen Verbindungsabbrüchen, erschien die Zugverbindung auf der Homepage der Bahn, allerdings mit einem vorangestellten roten Ausrufezeichen.

Nach einem Klick auf die Verbindungsdetails war auf der Seite ganz unten aber lediglich zu lesen, dass es auf der Strecke zu Störungen komme. Trotz einiger Klickerei und einigem Gesuche war aber nichts weiter zur erfahren. Auch unsere Anfrage bei einer sichtlich genervten Schaffnerin war erfolglos. So suchte ich im Internet nach der Servicenummer der Bahn und rief an. Nach 10 Minuten in der Warteschleife, landete ich bei der Buchungs- und Reservierungshotline. Ein freundlicher Mitarbeiter erklärte mir, dass die Strecke Würzburg – Stuttgart immer noch gesperrt sei und wir deshalb in Würzburg nicht weiterkämen.

Uns wurde geraten in Kassel umzusteigen und dort den ICE nach Karlsruhe zu nehmen. Von dort aus würde uns dann ein Regionalexpress nach Stuttgart bringen, geschätzte Ankunftszeit 00:36 Uhr.

Mittwoch, 16.06.2010, ca. 19:30 Uhr ICE 885 Richtung Würzburg

Mein leidgeprüfter Kollege bat einen Zugbegleiter doch eine Durchsage zu machen, dass eine Weiterfahrt nach Stuttgart über Würzburg nicht möglich sei. Gäbe es einen Verdienstorden der Bahn oder des Fahrgastverbandes der Bahn, mein Kollege hätte ihn sich in der goldenen Ausführung mehr als verdient. Der Zugbegleiter kam aber dem Wunsch meines Kollegen nach und so stand gegen 20:30 Uhr ein erkleckliches Häuflein Reisender am Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe um in den verspäteten ICE nach Karlsruhe einzusteigen.

Mittwoch, 16.06.2010, ca. 20:30 Uhr, Bahnhof Kassel Wilhelmshöhe

Wir wurden von einem etwas seltsamen jungen Herren angesprochen, ob wir nicht ein paar EURO führ ihn hätten. Er habe kein Geld und benötige dringend ein Zugticket nach Hause. Mein Kollege zeigte sich spendabel. Sollte er doch sehen, was er von einer Reise mit der Deutschen Bahn AG habe. Wahrscheinlich wurde seine Spende aber sowieso in Alkohol oder sonstige Rauschmittel angelegt. In der Situation sicherlich die bessere Wahl.

Der ICE in Richtung Karlsruhe traf in Kassel ebenfalls mit Verspätung ein. Da die Zeit zum Umsteigen in den letzten Zug nach Stuttgart in Karlsruhe recht knapp war, recherchierten wir gleich noch mal im Internet, ob es auch eine noch spätere Verbindung gebe. Die gab es und die Aussicht vor 02:00 Uhr zu Hause zu sein bestärkte mich in meiner Meinung, das nächste Mal wieder mit dem Auto zu fahren.

Mittwoch 16.06.2010, 23:15 Uhr, Karlsruhe Hauptbahnhof

Unser ICE konnte seine Verspätung nicht aufholen. Der Regionalexpress in Richtung Stuttgart wartete aber tatsächlich auf uns. Die Gruppe Reisender, die ich schon in Kassel am Bahnsteig stand, bewegte sich in einer Art Karawane der gestrandeten zu dem Gleis, an dem unser Zug auf uns wartete.

Mittwoch, 16.06.2010, 23:30 Uhr, Regionalexpress Karlsruhe – Stuttgart.

Geschafft! Um 00:36 Uhr sollten wir endgültig in Stuttgart sein. Während sich der Zug langsam durch klingende Namen der badischen und schwäbischen Diaspora quälte (Durlach, Kleinsteinbach, Remchingen, Ispringen usw.), versuchten unsere mitreisenden Leidensgefährten ihre Daheimgebliebenen über ihre neue Ankunftszeit zu unterrichten. Eigentlich müssten alle deutschen Mobilfunkanbieter eine Pauschale an die Bahn zahlen. Ein gewisser Prozentsatz deren Umsatzes ist bestimmt den Verspätungen der Bahn geschuldet.

Donnerstag, 17.06.2010, 00:40 Uhr, Stuttgart Hauptbahnhof

Ich konnte es fast nicht glauben: nach eineinhalb Stunden im Regionalexpress hatten wir tatsächlich unser Ziel erreicht. Zwischendurch musste ich mit dem Schlaf kämpfen, da Stuttgart aber die Endhaltestelle unseres Zuges war, bestand zumindest nicht die Gefahr, dass ich in irgendeinem Kuhkaff wieder zu mir kommen würde.

Da keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr in Richtung meiner Heimatadresse fuhren, leistete ich mir eine 15 EURO teuere Taxifahrt nach Hause, mit einem schweigenden Taxifahrer, der Klassik Radio hörte. Mir war alles egal. Reisen ist ein Abenteuer…

‘tschuldigung, liebe Bank

Heute geschah auf meiner Bank unglaubliches. Nichtsahnend betrat ich die Filiale meines Vertrauens um Geld vom EC-Automaten abzuheben. Soweit alles in Ordnung bis auf diese Meldung ganz am Ende des Abhebevorgangs. “Ihre EC-Karte wurde automatisch aktualisiert. Sollten Sie in der Vergangenheit Probleme mit Ihrer Karte gehabt haben, so bitten wir dies zu entschuldigen!”

Im ersten Moment dacht ich, man hätte mein Karte eingezogen. So leer war das Konto aber gar nicht. Das konnte also gar nicht sein. Dann dachte ich an eine Skimming-Attacke, und dass ich jetzt dazu aufgefordert werden würde meine PIN-Nummer noch einmal einzugeben. Im Geiste ließ ich die Karte schon sperren und versuchte mich krampfhaft an die zentrale Telefonnummer zu erinnern, unter der man den Missbrauch melden konnte.

Aber nun das: Meine Bank entschuldig sich bei mir? Liebe Bank, das hättest du gar nicht tun müssen. Zum einen hat meiner Karte an allen Bezahlstellen und mit allen Terminals immer klaglos funktioniert. Sogar Neujahr in Österreich versagte sie nicht ihren Dienst. Und eigentlich muss ich mich bei dir entschuldigen. Entschuldigung also dafür, dass mein Konto nicht immer so reich gefüllt ist, wie das deiner Vorstände und Aufsichtsräte. Entschuldigung auch dafür, dass ich eine deiner Mitarbeiterinnen so blöd am Telefon angemacht habe, als du mir vor ein paar Jahren zwei EC-Karten hintereinander geschickt hast, von der keine funktionierte. Ah, und dann natürlich auch noch entschuldigung dafür, dass ich ca. einmal im Jahr einen deiner Schalter aufsuche um Geld bar (!) einzuzahlen, einen Scheck einzulösen oder sonst irgendeine Dienstleistung in Anspruch nehme. Die Mienen deiner Mitarbeiter verraten mir sofort was von soviel Dreistigkeit zu halten ist.

Ich gelobe Besserung und werde versuchen in Zukunft wirklich alles online abzuwickeln. Liebe Bank, bitte entschuldige!

Nein, diesmal nicht

Freunde des Ausdauersports,

trotz großspuriger Ankündigungen war ich diesmal nicht dabei. Ich habe nicht am SV-Lauf im Rahmen des Stuttgarter Zeitung-Lauf teilgenommen. Zwar laufe ich derzeit wieder mehr oder weniger regelmäßig und bin sogar in die 7km-Guppe meiner Laufkollegen aufgestiegen. Vor ca. 2 1/2 Wochen habe ich mit einem Bekannten von mir den Ernstfall geprobt und bin ungefähr 10 km an Neckar entlang gelaufen.


Remseck-Run auf einer größeren Karte anzeigen

Flaches Terrain, die Temperaturen nicht zu warm und nicht zu kalt: eigentlich optimale Bedingungen für einen Vorbereitungslauf. Zu meiner Ehrenrettung muss ich sagen, dass ich 1 1/2 Wochen vorher nicht gelaufen bin und das hat sich bitterlich gerächt. Knapp nach der Hälfte der Strecke meldete sich mein rechtes Fußgelenk mit einem stechenden Schmerz. Nicht aufgebenwollend hechelte ich meinem Laufkollegen hinterher, so lange, bis aus dem Schmerz ein ziemlich unangenehm-taubes Gefühl wurde, das bis in den Ballen ausstrahlte. Glücklicherweise war es nicht mehr weit bis zum Ausgangspunkt unseres Laufs. So humpelte ich dem Biergarten entgegen und spendierte dort den um sein Laufvergnügen gebrachten Kollegen frustriert ein Radler.

Nicht nur das Fußgelenk war aber das Problem. Ich war auch körperlich total am Ende und das, obwohl wir nicht wirklich schnell unterwegs waren. Nachdem ich dann noch eine Woche mit den Nachwirkungen zu kämpfen hatte beschloss ich: diesmal findet der Stuttgart-Zeitung Lauf ohne mich statt!

Das einzig Positive an der Sache ist, dass ich seitdem wieder regelmäßig trainiere und mittlerweile wieder recht locker durch den Wald trabe. Bis nächstes Jahr dann also. Ich schwöre, keine so lange Laufpausen mehr zu machen.

Bei der Gelegenheit fällt mir der Spruch auf dem T-Shirt eines Läuferkollegen ein: Life runs. Run faster!

Kommunikationslos

Ja, ich habe so ein Ding. Andere haben einen Porsche, ein MacBook Air, eine Yacht oder eine Villa – ich habe einen BlackBerry. Ich werde mich hier jetzt nicht rechtfertigen, werde nicht schreiben, dass sämtliche (sofortige Intervention erforderliche machende) Servermeldungen auf dem Gerät aufschlagen und was für ein tolles Gefühl es ist, in der Stadtbahn zu sitzen und E-Mailschreibend die neidischen Blicke der Normalhandybesitzer auf sich zu ziehen. Eigentlich ist das ziemlich ökonomisch. Andere brauchen dafür ein mindestens 40 Jahre altes Auto, einen Rolls Royce oder ähnlich dekadentes Spielzeug.

Ich dagegen, ich hab meinen BlackBerry. Bei jedem vibrieren ziehe ich mit einem lockeren Schwung (BlackBerry-Move) das Geräte aus meiner Jackentasche und setze diesen coolwichtigen Blick auf. Welt, schau her! Ich bin so wichtig, dass ich meine E-Mails, Terminanfragen und Aufgaben sogar im öffentlichen Verkehrsmittel meiner Wahl bekommen. Ob das dann lärmende Schüler oder genervte Mütter mit mindestens 3 Kleinkindern und einem Kinderwagen wirklich beeindruckt, sei jetzt mal dahin gestellt. Ich weiß schon warum ich eigentlich lieber mit dem Auto fahre. Das gemeine Volk weiß das einfach nicht zu schätzen. Pah!

Eigentlich habe ich mein Smartphone übers Wochenende ausgeschaltet. Meistens zumindest. Als BlackBerry Besitzer findet nämlich eine Art pawlowsche Konditionierung statt. Bei jedem Anzeichen einer eingehenden E-Mail wächst eine innere Unruhe, die nur durch einen sofortigen Blick auf das Display verschwindet. Das sind keine guten Voraussetzungen für ein entspanntes Wochenende. Heute nun der Super-GAU. Eigentlich wollte ich das Gerät nur an einen anderen, weniger störenden, Platz legen. Also doch kurz angeschaltet – die Neugier hat gesiegt. Doch oh Schreck! Was ist das? Eine Whitescreen mit der lakonischen Meldung App Error 200! Jeder Neustart endet immer wieder mit der gleichen Meldung! Ein Alptraum. Nun bin ich ein Kommunikationsinvalide – zumindest bis mir T-Systems ein Tauschgerät schickt.

Ghetto Palms

Liebe Landschaftsgärtner,

gestern habe ich einen Bericht über Detroit, besser gesagt über den Niedergang der ehemaligen Motor City, in der Glotze gesehen. Eigentlich ist es erschreckend: In der elftgrößten Stadt der USA beziehen ein Drittel der Einwohner Sozialhilfe, drei Viertel aller Kinder haben keinen Schulabschluss und das öffentliche und kulturelle Leben ist zusammengebrochen. Es ist eine Gespensterstadt, eine Kapitale des Kapitalismus der sich selbst gefressen hat.

Aber es besteht noch Hoffnung. Der Hoffnungsbringer heißt Ailanthus altissima und wird in Detroit ganz pragmatisch Ghetto Palm genannt. Es handelt sich um einen aus China eingeführten strauchartigen Baum, der sich, da er völlig unempfindlich gegen Abgase, Lufterschmutzung und sonstigen Grünstress ist, in Windeseile dort breitmacht wo sich der Mensch zurückzieht. Er wächst in verfallenen Häusern, Industrieruinen, auf Brachflächen und das alles ohne dass ihn jemand gepflanzt hätte.  Da es sich um sehr schnell wachsendes Gehölz handelt, gibt es mittlerweile sogar schon Ansätze ihn wirtschaftlich zu nutzen.

Ein in Detroiter Künstler etwa fertigt aus dem Holz der Ailanthus altissima Bänke, die er sogar schon an ein holländisches Museum verkauft hat. Da fallen mir spontan ein paar Plätze ein, denen ein paar Ghetto Palms gut zu Gesicht stehen würden: die neue Messe in Stuttgart, das Stuttgart 21 Areal, der Frankfurter Flughafen, das 40 Jahre alte Gebäude in dem ich arbeite, der Potsdammer Platz, die scheußlichen Einkaufs- und Vergnügungszentren an der Playa del Inglés auf Gran Canaria, das Reichstagsgelände in Nürnberg, die Walhalla usw.

“Die Natur sucht sich Ihren weg” Dr. Ian Malcolm in Jurassic Park

Logik

Der Papst behauptet, die Benutzung von Kondomen würde das AIDS-Problem verschlimmern.

Klar! Dem hätte ich auch ein paar logische Thesen entgegenzusetzen:

  • der Besuch einer Schule fördert den Analphabetismus
  • Rasen auf der Autobahn verhindert Unfälle und spart Benzin
  • Politiker sind immer ehrlich
  • Fasten macht dick
  • die Erde ist eine Scheibe und deshalb falle ich herunter wenn ich zu weit aufs Meer hinausfahre
  • der Mensch stammt nicht vom Affen ab
  • der Krieg im Irak hat für Frieden im Nahen Osten gesorgt
  • die Sprache ist ein Virus aus dem Weltall

I predict a riot

Babylon KB960225

Freunde der automatischen Übersetzung. Bei meinen Nachforschungen, was das heute von unserem WSUS-Server auf allen Rechner injizierte Update bewirkt, bin ich auf folgende sehr aussagekräftige Beschreibung gestoßen:

Überschrift: MS09-007: Sicherheitsanfa?lligkeit in SChannel kann Spoofing-Angriff es ermo?glichen

Aha! Beim lesen der Beschreibung war dann wirklich die letzte Unklarheit beseitigt. Und falls etwas daneben laufen sollte dann war ich mir sicher, dass ich kompetente Hilfe bekommen würde:

Wie Erhalten von Hilfe und Unterstu?tzung nach diesem Sicherheitsupdate

Unterstu?tzung von kostenlose ist fu?r private Benutzer verfu?gbar, indem 1-866-PCSAFETY in dem USA und Kanada aufruft oder sich an Ihre o?rtliche Microsoft-Niederlassung wendet. Findet mehreres Weitere Informationen u?ber das Wenden an Ihre o?rtliche Microsoft-Niederlassung fu?r Supportprobleme mit Sicherheitsupdates auf der Website Microsoft International Support Web.

Fall noch Zweifel bestehen, das Original ist zu sein gefunden hier: http://support.microsoft.com/kb/960225