Im Office

Der erste Einsatz im Office diente natürlich auch ein wenig dazu meine Eitelkeit zu befriedigen. Auf alle Fälle weckt das iPad sofort das Interesse aller Anwesenden und zufällig vorbei kommenden. Besonders Spiele die den verbauten Lagesensor nutzen, erstaunen das geneigte Publikum. Wobei ich fürchte, dass ich mit der Präsentation des Gaddgets meinen Ruf als Nerd für alle Ewigkeiten festzementiert haben.

Immerhin konnte ich es auch für ein paar sinnvolle Tätigkeiten nutzen. So habe ich meine immer noch offene Bestellung bei meinem Apple Händler per E-Mail storniert. Die mitleidigen Blicke der Kolleginnen und Kollegen beim Verwenden der virtuellen Tastatur, die blende ich jetzt einfach mal aus…

Multitasking?

Sonntag, 30.05.2010, vormittags bis der Akku leer war.

Der erste ausführliche Test. Das Gerät macht richtig Spaß. Auch wenn einige Apps etwas bugy sind, hat man doch das Gefühl ein ziemlich cooles Teil in Händen zu halten. So eine Art Internet in the Box mit Multimediaerweiterung.

Was stört? Es gibt kein wirkliches Multitasking. Spätestens beim Öffnen eines Apps das nicht von Apple stammt, werden alle anderen Anwendungen geschlossen. Nur Safari, AppleMail und iTunes laufen gleichzeitig im Hintergrund. Ein direktes Umschalten von einer App zur anderen ist allerdings nicht möglich. Ich vermisse die Tastenkombination Alt+Tab schmerzlich.

Das virtuelle Keyboard ist nach einer gewissen Einarbeitungszeit immer flüssiger zu bedienen. Das oft bemängelte umständliche Auswählen von Umlauten geht eigentlich recht gut von der Hand. Eine externe Tastatur steht trotzdem ganz oben auf meiner Wunschliste. Mit 10 Fingern schreibt es sich auf dem Touchscreen nur suboptimal.

Dabei fällt mir ein, dass ich meine immer noch offene Bestellung beim Applehändler stornieren muss.

Keine Zeit, keine Zeit

Samstag, 29.05.2010, irgendwann vormittags

Der Samstag ist, wie immer, total verplant: Nach dem Frühstücken geht’s auf den Markt zum Einkaufen, zwischendurch kurz per VPN im Office nach den letzten Überresten des gestrigen Outbreaks gefahndet. Nachmittags zum Laufen, Abends abhängen, bei schönem Wetter Biergarten oder was auch immer. Also wenig Zeit, um mich mit meinem neuen Gadget zu beschäftigen. Zwischen Früstück und Einkaufengehen kurz noch das Mailprogramm konfiguriert und ein wenig im Internet gesurft. Als erstes Fazit nach einer halben Stunden steht für das iPad auf der Habenseite:

  • Die extrem angenehme Haptik. Es ist sehr angenehm anzufassen und das kapazitive Tochscreen fühlt sich beim Drüberstreichen fast schon weich an.
  • Die Geschwindigkeit. Ein Druck auf den Standby-Schalter und das Gerät ist sofort einsatzbereit. Auch die Anwendungen und Apps laufen alle gefühlt extrem schnell.
  • Die Bedienung. Obwohl ich kein iPhone und keinen iPod Touch besitze, ist die Bedienung äußerst intuitiv. Nach ein paar Minuten hat man die wichtigsten Gesten drauf; eine Bedienungsanleitung vermisse ich nicht.

Doch es gibt auch ein, zwei Dinge, die mich stören:

  • Das Gewicht. Hält man das iPad wie ein Buch in die Höhe, so wird es auf Dauer doch ziemlich schwer.
  • Die virtuelle Tastatur. Die ist nur dann wirklich gut zu bedienen, wenn das Pad auf dem Schoß oder besser flach auf dem Tisch liegt.

Samstag, 29.05.2010, irgendwann nachmittags

Nach dem Laufen war noch etwas Zeit. Also die micro-SIM Karte eingebaut. Apple legt sogar ein Werkzeug dazu, um den Schacht aufzubekommen. Eine Büroklammer tat es aber auch. Mit eingelegter Karte ließ sich das Pad allerdings nicht mehr in den Standby befördern: nach dem Ausschalten fuhr das Gerät wieder hoch und verlangte nach nach der PIN-Nummer der SIM-Karte. Das war aber offensichtlich nur ein einmaliger Effekt.

Sonntag, 30.05.2010, irgendwann frühmorgens

Zu nachtschlafender Zeit habe ich dann noch Tweet Deck installiert. Allerdings wird die Timeline meines Twitter Accounts mit dem App wohl nach dem Zufallsprinzip angezeigt. Also vorerst Twittern doch lieber übers Web.

Dem Hype verfallen

Freitag, 28.05.2010, 17:00 Uhr – Out of Office

Die ganze Woche war eine einzige Katastrophe: Ausfall einer Klimaanlage im Rechenzentrum, ein halbstündiger Stromausfall und am Freitag dann noch ein Virusoutbreak. Glücklicherweise verlief alles ohne nennenswerte Schäden. Aber halt, es gab doch Opfer: meine Nerven. Als kleine Entschädigung fuhr ich in die Stadt um mein vorbestelltes iPad abzuholen. Ich hatte die Version mit 32 GB und UMTS beim Applehändler meines Vertrauens geordert. Und obwohl ich keine E-Mail bekommen hatte, und auch alle Versuche scheiterten telefonisch nachzufragen, fuhr ich in die City um mein neues Spielzeug abzuholen.

Freitag, 28.05.2010, 17:30 Uhr – Out of Sight

Beim Shop angekommen dann die Enttäuschung: mein bestelltes iPad war bei der ersten Lieferung nicht mit dabei. Wann die nächste Lieferung kommt sei unklar, genauso, ob dann mein Gerät mit dabei sei, erklärte mir der Verkäufer. Sein Tonfall schwang dabei zwischen Erschöpfung und Gereiztheit. Es sei auch kein anderes Gerät mit UMTS derzeit auf Lager.

Freitag, 28.05.2010, 17:35 Uhr – Odyssey

Saturn: Fehlanzeige. Zweiter Apple Shop am anderen Ende der Fußgängerzone: nur ein gequältes Grinsen des Verkäufers. Letzte Hoffnung Ichbindochnichtblödmarkt der, strategisch geschickt, auf dem Weg nach Hause liegt.

Freitag, 28.05.2010, 18:15 Uhr – Last Exit

Der Verkäufer im dortigen Apple Shop war erstaunlicherweise ziemlich entspannt. Es gebe noch ein Modell mit UMTS, allerdings nur die Version mit 64 GB. 799 €, das war mir dann aber doch viel zu teuer. Sein Tipp: bei Abschluss eines Vertrages für eine Datenflatrate, bekomme man eine Art Subvention bis zu 500 €. Dazu müsse man aber die Mobilfunkabteilung konsultieren und zunächst einen Vertrag abschließen. OK, das war eine Option, das 64 GB-Modell damit erschwinglich und einen Datentarif wollte ich sowieso.

Nach langem Anstehen und dem Versuch, sich schnell einen Überblick über die diversen iPad-Tarifmodelle zu verschaffen, stand ich dann endlich kurz vor dem Vertragsabschluss. Ob ich mir denn im Apple Shop schon ein Gerät reserviert hatte, fragte mich die Verkäuferin. NEIN!!! Das hatte ich natürlich nicht.

Freitag, 28.05.2010, 19:05 Uhr – Apokalypse Now!

Zurück im Appleshop erklärte mir der Shop Assistant dann: Sorry, aber das letzte Gerät sei nun leider auch verkauft. Bevor ich meinen Kopf mit voller Wucht auf ein vor mir stehendes MacBook Air knallen konnte, bot mir ein zufällig anwesender zweiter Verkäufer an, er würde noch einmal im Lager nachsehen. Nach endlos langen 10 Minuten kam er mit einem weißen Karton zurück. Das iPad habe ein Kunde reserviert, der es nun nicht mehr wolle.

Freitag, 28.05.2010, 19:50 Uhr – Hideaway

Endlich im heimischen Refugium. Schnell einen Happen gegessen und der Freundin einen Bericht der Ereignisse in Kurzform abgegeben.

Freitag, 28.05.2010, 21:00 Uhr – Getting Started

Alles Applelike: das iPad per USB mit meinen iMac verbinden. Zweimal in iTunes auf OK klicken, den WLAN-Key eingeben und los geht’s. Mein Körper verlangte nach dem Stress der vergangenen Tage nach meinem Sofa. Dort dann noch schnell ein paar Apps installiert, eine kostenlose Ausgabe des Spiegel downgeloadet, die Titelgeschichte über die Fab Four gelesen und anschließend sanft entschlummert.