Odyssey

Wer eine Reise tut, der hat was zu erzählen. So oder so ähnlich muss wohl das Credo aller Bahnreisenden lauten. Zumindest dann, wenn sie mehr als 100 km mit der Deutschen Bahn zurücklegen wollen.

Ich war auf Dienstreise nach Lübeck und wollte am Mittwochnachmittag wieder zurück nach Stuttgart fahren. Eigentlich eine entspannte Angelegenheit dachte ich. Doch hatte ich die Rechnung ohne die Deutsche Bahn AG gemacht.

Mittwoch, 16.06.2010, 17:10 Uhr, Lübeck Hauptbahnhof

Ich war selbst schuld, dass der Beginn meiner (eigentlich unserer) Odyssee so hektisch war. Der Termin den mein Kollege und ich wahrnehmen mussten, dauerte länger als geplant und so kamen wir mit einem freundlichen Taxifahrer buchstäblich auf den letzten Drücker zum Bahnhof. Den Zug um 17:10 Uhr erwischten wir aber noch und waren pünktlich um 17:51 am Hauptbahnhof in Hamburg.

Mittwoch, 16.06.2010, 18:00 Uhr, Hamburg Hauptbahnhof

Der Zug um 18:01 direkt nach Stuttgart viel aus und so beschlossen wir den ICE zu nehmen, der zur gleichen Uhrzeit nach Würzburg fuhr. Dort hätten wir dann um 21:37 Uhr in den Regionalexpress nach Stuttgart umsteigen müssen. Ein kühnes Unterfangen, da unser ICE erst um 21:32 Uhr in Würzburg ankommen sollte. Die Horrorgeschichten zum Thema Pünktlichkeit und Bahn im Hinterkopf, wandten wir uns vertrauensvoll an einen Bediensteten der Bahn AG, denn unser ICE sollte erst mit zehnminütiger Verspätung Hamburg verlassen.

Der erklärte uns mit hanseatischer Gelassenheit, aber durchaus freundlich, dass der Zug das schon schaffen werde. Auf die Frage, warum der Zug Verspätung habe, obwohl er doch bereits im Bahnhof stand, erklärte er, die Wagons müssten zunächst noch gereinigt werden.

Mittwoch, 16.06.2010, ca. 19:00 Uhr ICE 885 Richtung Würzburg

Mein mitreisender Kollege hatte am gleichen Tag schon eine beachtliche Reise hinter sich. Irgendwann um 04:00 Uhr losgefahren, strandete er frühmorgens kurz vor Würzburg, da sein Zug wegen eines Oberleitungsschadens nicht mehr weiterfahren konnte. Mit viel Glück und unter abenteuerlichen Umständen erreichte er den Bahnhof in Würzburg und erwischte so noch einen ICE nach Hamburg, der ihn fast pünktlich zu unserem gemeinsamen Termin nach Lübeck brachte. Zwischendurch schrieb er eine SMS mit dem Inhalt: “Reisen ist ein Abenteuer”.

Dermaßen vom Schicksal eines Reisenden gebeutelt, bat er mich (nach der obligatorischen Kurzvorführung meines iPads), doch kurz unter www.bahn.de nachzuschauen, ob das mit der Rückfahrt von Würzburg aus den klappen würde. Nach ewig langen Minuten und diversen Verbindungsabbrüchen, erschien die Zugverbindung auf der Homepage der Bahn, allerdings mit einem vorangestellten roten Ausrufezeichen.

Nach einem Klick auf die Verbindungsdetails war auf der Seite ganz unten aber lediglich zu lesen, dass es auf der Strecke zu Störungen komme. Trotz einiger Klickerei und einigem Gesuche war aber nichts weiter zur erfahren. Auch unsere Anfrage bei einer sichtlich genervten Schaffnerin war erfolglos. So suchte ich im Internet nach der Servicenummer der Bahn und rief an. Nach 10 Minuten in der Warteschleife, landete ich bei der Buchungs- und Reservierungshotline. Ein freundlicher Mitarbeiter erklärte mir, dass die Strecke Würzburg – Stuttgart immer noch gesperrt sei und wir deshalb in Würzburg nicht weiterkämen.

Uns wurde geraten in Kassel umzusteigen und dort den ICE nach Karlsruhe zu nehmen. Von dort aus würde uns dann ein Regionalexpress nach Stuttgart bringen, geschätzte Ankunftszeit 00:36 Uhr.

Mittwoch, 16.06.2010, ca. 19:30 Uhr ICE 885 Richtung Würzburg

Mein leidgeprüfter Kollege bat einen Zugbegleiter doch eine Durchsage zu machen, dass eine Weiterfahrt nach Stuttgart über Würzburg nicht möglich sei. Gäbe es einen Verdienstorden der Bahn oder des Fahrgastverbandes der Bahn, mein Kollege hätte ihn sich in der goldenen Ausführung mehr als verdient. Der Zugbegleiter kam aber dem Wunsch meines Kollegen nach und so stand gegen 20:30 Uhr ein erkleckliches Häuflein Reisender am Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe um in den verspäteten ICE nach Karlsruhe einzusteigen.

Mittwoch, 16.06.2010, ca. 20:30 Uhr, Bahnhof Kassel Wilhelmshöhe

Wir wurden von einem etwas seltsamen jungen Herren angesprochen, ob wir nicht ein paar EURO führ ihn hätten. Er habe kein Geld und benötige dringend ein Zugticket nach Hause. Mein Kollege zeigte sich spendabel. Sollte er doch sehen, was er von einer Reise mit der Deutschen Bahn AG habe. Wahrscheinlich wurde seine Spende aber sowieso in Alkohol oder sonstige Rauschmittel angelegt. In der Situation sicherlich die bessere Wahl.

Der ICE in Richtung Karlsruhe traf in Kassel ebenfalls mit Verspätung ein. Da die Zeit zum Umsteigen in den letzten Zug nach Stuttgart in Karlsruhe recht knapp war, recherchierten wir gleich noch mal im Internet, ob es auch eine noch spätere Verbindung gebe. Die gab es und die Aussicht vor 02:00 Uhr zu Hause zu sein bestärkte mich in meiner Meinung, das nächste Mal wieder mit dem Auto zu fahren.

Mittwoch 16.06.2010, 23:15 Uhr, Karlsruhe Hauptbahnhof

Unser ICE konnte seine Verspätung nicht aufholen. Der Regionalexpress in Richtung Stuttgart wartete aber tatsächlich auf uns. Die Gruppe Reisender, die ich schon in Kassel am Bahnsteig stand, bewegte sich in einer Art Karawane der gestrandeten zu dem Gleis, an dem unser Zug auf uns wartete.

Mittwoch, 16.06.2010, 23:30 Uhr, Regionalexpress Karlsruhe – Stuttgart.

Geschafft! Um 00:36 Uhr sollten wir endgültig in Stuttgart sein. Während sich der Zug langsam durch klingende Namen der badischen und schwäbischen Diaspora quälte (Durlach, Kleinsteinbach, Remchingen, Ispringen usw.), versuchten unsere mitreisenden Leidensgefährten ihre Daheimgebliebenen über ihre neue Ankunftszeit zu unterrichten. Eigentlich müssten alle deutschen Mobilfunkanbieter eine Pauschale an die Bahn zahlen. Ein gewisser Prozentsatz deren Umsatzes ist bestimmt den Verspätungen der Bahn geschuldet.

Donnerstag, 17.06.2010, 00:40 Uhr, Stuttgart Hauptbahnhof

Ich konnte es fast nicht glauben: nach eineinhalb Stunden im Regionalexpress hatten wir tatsächlich unser Ziel erreicht. Zwischendurch musste ich mit dem Schlaf kämpfen, da Stuttgart aber die Endhaltestelle unseres Zuges war, bestand zumindest nicht die Gefahr, dass ich in irgendeinem Kuhkaff wieder zu mir kommen würde.

Da keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr in Richtung meiner Heimatadresse fuhren, leistete ich mir eine 15 EURO teuere Taxifahrt nach Hause, mit einem schweigenden Taxifahrer, der Klassik Radio hörte. Mir war alles egal. Reisen ist ein Abenteuer…

Der Explodierer und das Klemmbrett.

Die segensreichste Entwicklung seit der Erfindung des Computers und moderner Betriebssysteme ist zweifellos die Zwischenablage. Die ersten Tastenkombinationen die ich unter Windows 3.11 drauf hatte, waren Strg+C, Strg+X und Strg+V. Zunächst konnte man zwar “nur” Text von einem Dokument ins andere kopieren, doch erleichterte dies den Umgang mit Word (wer erinnert sich nicht gerne an Word 2.0?) und den ersten Grafikprogrammen ungemein. So weit ich mich entsinnen kann, konnte man unter Win 3.11 Dateien nur mühsam mit dem Dateimanager von einem Verzeichnis in ein anderes kopieren. Das Clipboard funktionierte hier nicht.

Ein Kopieren von Dateien mit Hilfe der Zwischenablage war erst ab Win 95 möglich. Meine erste Begegnung mit einem Macintosh und Mac OS hatte ich Mitte der 90iger und der Finder konnte damals schon ein wenig mehr als der Windows Explorer (Schmähname “Explodierer”) oder der altbackene Dateimanager. So war es etwa mit der Tastenkombination Apfeltaste+N möglich, neue Ordner anzulegen und auch das Kopieren oder Verschieben von Dateien klappte recht intuitiv.

Und wie ist es nun beim iPad? Prinzipiell funktioniert zwar Copy’n Paste, man muss sich aber etwas umgewöhnen. Ein “Doppelklick” auf ein Wort markiert dieses und man sieht zwei blaue Punkte links oben und rechts unten um die Markierung zu erweitern. Über dem markierten Bereich erscheint nach einer kurzen Wartezeit eine Art Kontextmenü, über das man den Befehl “Kopieren” auswählen kann. Gut, so weit ist das nichts Neues und wahrscheinlich ist es beim iPhone ähnlich oder sogar gleich. Zwei Dinge sind aber wirklich gewöhnungsbedürftig: zum einen ist das Ziehen der Markierung mit den kleinen blauen Punkten eine echte Herausforderung, zum anderen erscheint das Kontextmenü zwar verlässlich in allen original Apple Apps, aber nicht in allen Apps von Drittherstellern.

Das Kopieren einer URL aus Safari in das WordPress App funktioniert somit nicht. Eine E-Mail-Adresse aus Apple Mail in das Empfängerfeld zu kopieren klappt dagegen einwandfrei. Wie sehr wünsche ich mir in solchen Momenten ein applikationsübergreifendes Klemmbrett, das mit allen Apps funktioniert. Das scheitert derzeit aber wohl an der mangelnden Mutitaskingfähigkeit des aktuellen iPad OS. Oder soll ich mir doch noch das iPad SDK downloaden und mich daran versuchen? Wohl eher nicht…

Das große Rauschen

Zur Zeit plagt mich eine Mittelohrentzündung. Untypischerweise asynchron, höre ich auf meinem rechten Ohr ein unangenehm lautes Rauschen. Als mich im Büro zufälligerweise nach unten beugte, um Unterlagen aus meiner Schreibtischschublade zu holen, stellte ich fest, dass sich auch das Rauschen änderte. Das weckte den Spieltrieb in mir und ich stellte fest, dass ich die Tonhöhe des Rauschens ändern konnte, je nach dem wie ich meinen Kopf hielt. Mein Kopf ist also ein iHead! Und so kam mir auch gleich die Idee für ein App: Das große Rauschen.

Nach dem Start wählt man zunächst einen Grundton oder ein Grundrauschen aus. Dieser wird dann, je nach Lage des iPhones oder des iPads, in seiner Höhe moduliert. Man könnte auch eine Art Spiel daraus machen, indem man Rauschen in einer bestimmten Tonhöhe vorgibt und dann versuchen muss, dieses dann durch eine bestimmte Lage des Spielgerätes nachzumachen. Das Ganze dann mit psychedelischen Farben unterlegt und um die Möglichkeit der Aufzeichnung erweitert; fertig ist das Kultapp. Ich finde, iHead wäre auch ein ziemlich cooler Name für das Programm.

Und morgen dann in unserer kleinen App-Bastelstunde: Wir basteln uns ein Scharping App.

Der flache Makel

Vielleicht liegt es ja an meiner Laune, mit der es derzeit nicht zum besten steht, aber einige Dinge vermisse ich schmerzlich am Flunder aus Cupertino. So ist es nicht möglich verschiedene User anzulegen. Will ich meinen Nichten für ein paar Stunden mein Gerät zum Spielen überlassen, so muss ich damit rechnen, dass sie meine E-Mails lesen und wirre Tweets über meinen Twitter Account absetzen. Natürlich könnte ich alle Passwörter löschen. Aber ehrlich gesagt habe ich dazu keine Lust. Da muss man den Kids dann wohl oder übel vertrauen.

Leider klappt auch die Anbindung ans Office nicht. Da wir eine VPN-Appliance mit einem proprietären Client nutzen, und das iPad Verbindungen bevorzugt über IPsec herstellen will, schau ich in die Röhre. Schade, wäre der Flunder doch die ideale Alternative zu meinem (gefühlt) 5 kg schweren Lenovo-Prügel, den ich dazu noch umständlich via Datenkabel und BlackBerry ins Mobilfunknetz bringen muss. Mitleidige Blicke anderer Passagiere im öffentlichen Verkehrsmittel meiner Wahl sind damit garantiert. Und wehe man stellt zu spät fest, dass die Umsteigestation innerhalb der nächsten 30 Sekunden erreicht wird.

So werde ich wohl gleich beim Hersteller unserer Appliance nachfragen, ob den die Entwicklung einer iPhone oder, besser noch, einer iPad Apps geplant ist. Bei der Gelegenheit fällt mir aber gerade ein, dass wir den Wartungsvertrag mit dem Hersteller nicht verlängert haben. Life’s a piece of shit!

Eine Woche iPad

Nun besitze ich das Teil schon über eine Woche. Würde ich so eine Art Fazit ziehen, so könnte man es in einem Satz ausdrücken: Das iPad kann nicht viel, macht dafür aber richtig Spaß. So eignet es sich etwa hervorragend zum Surfen. Das Display ist mit seiner Auflösung von 1024 x 768 ausreichend groß um die meisten Webseiten in einer vernünftigen Größe darzustellen. Die gefühlte Geschwindigkeit beim Seitenaufbau ist rasend schnell und es fehlt der “Mäusekinocharakter” der sich beim Surfen mit dem Handy schnell einstellt.

Leider gibt es aber auch ein paar Mankos. Mit der fehlenden Flashunterstützung kann ich zwar leben; Apple hat Adobe da wohl sowieso den Krieg erklärt und setzt auf HTML 5, dass offene Seiten im Hintergrund aber einfach und ohne Rückfrage geschlossen werden wenn der Arbeitsspeicher knapp wird, das ist beim ersten Mal ziemlich überraschend. Es scheint wohl auch ein Problem bei der Anzeige von großen PDF-Dateien zu geben, die in Webseiten eingebunden sind. Safari stürzt dabei reproduzierbar ab. Eine Möglichkeit diese Dateien lokal zu speichern und sie dann offline zu öffnen fand ich bisher nicht.

Auch Seiten die mit Ajax programmiert sind werden nicht fehlerfrei angezeigt und sehen mitunter etwas wild aus. So werden etwa Eingabefelder nicht sauber erkannt und die virtuelle Tastatur klappt sich nicht auf, wird in ein solches Feld getippt. Das macht es z.B. unmöglich, WordPress über das Webfrontend zu bedienen. Schade eigentlich, denn das WordPress-App bietet nur rudimentäre Bearbeitungsmöglichkeiten und stürzt nach der Artikelvorschau gerne ab.

Über den E-Mail-Client kann ich dagegen nichts Negatives zu berichten. IMAP und POP3 klappen prima und die Tatsache, dass man auch für verschiedene Konten nur eine Signatur verwenden kann, ist für mich zu verschmerzen. Einzig die Eingabe längerer Mails ist mühsam. Das liegt aber nicht am Client sondern am Konzept mit der virtuellen Tastatur.

Das virtuelle Keyboard: Fingerfolter für Gadgetuser
© Matt Buchanan, CC-BY-SA, Wikimedia Commons

Etwas abenteuerlich finde ich das Dateihandling. Wobei ich mich offengestanden damit noch nicht tiefer gehend beschäftigt habe. Bisher nutze ich die Möglichkeit mir Dateien per E-Mail selbst zuzuschicken. Laut Fachpresse gibt es wohl einen Trick, Dateien im Ordner zu speichern in dem auch Bilder abgespeichert werden. Das werde ich in den kommenden Tagen wohl genauer unter die Lupe nehmen.

Eine wirklich gute Figur mach das iPad beim Spielen. Bisher habe ich zwar nur Labyrinth 2 HD und Pinball HD ausprobiert, diese beiden Apps machen aber richtig Spaß und auch ein wenig süchtig. Irgendwie erinnern mich die beiden Apps an frühe Spiele auf meinem ersten 486er. Grafisch zwar wesentlich ansprechender, es steht aber die Spielidee im Vordergrund nicht ein möglichst ausgefeiltes Gameplay mit vielen Levels und komplizierter Bedienung. Wobei ich einsehe, dass ein Hardcore-Gamer dafür wohl wirklich nur ein Lächeln übrig hat. Dafür sind die für das iPad programmierten Spiele aber auch nicht gedacht.

Zwei Punkte zum Thema Hardware: die in diversen Blogs und in der Presse zu lesenden Probleme mit Verbindungsabbrüchen des integrierten WLAN-Adapters treten bei mir nicht auf. Allerdings habe ich es bis jetzt nur mit meinem heimischen WLAN betrieben und bin ansonsten mit einer mobilen Flatrate von O2 unterwegs. Recht hakelig ist allerdings der Stecker des Netzteils (iPad USB Power Adapter heißt das im Applesprech) zum Dock-Connector des Pads. Eine Dockingstation steht also ganz oben auf meiner Wunschliste. Eine Überlegung wert ist auch das iPad Case. Auf Dauer ist es ziemlich umständlich, das iPad jedes Mal in das Belkin Grip Sleeve hinein- und anschließend wieder hinauszubefördern, will man im Office etwa kurz nach seinen Mails schauen.

So, da mein iPad nun voll geladen ist, werde mich mit meinem Gadget in Richtung Sofa verziehen und versuchen ein paar Highscores mit meinem iPad Flipper aufzustellen.

So long, Freunde des Tablet PCs.

Gaming

Ich habe einen großen Fehler gemacht und mir das erste Spiel im AppStore gekauft. Pinball HD heißt das Game. Drei Tische und eine coole Grafik. Auf meinen Diversen PCs und auf meinem Mac zocke ich ja nicht. Die Spiele sind mir in der Regel zu teuer, verlangen nach aktueller Hardware und bis das Gameplay erlernt ist, ist die Lust auch schon wieder vergangen.

Da könnte ich jetzt noch stundenlang drüber schreiben, ich werde aber lieber eine Runde Flippern. So long…

Shaking Apps

Nach einer Woche mit meinem iPad haben sich natürlich diverse mehr oder weniger nützliche Apps auf meinem Gerät angesammelt. Ein paar davon wollte ich nun wieder los werden, da sie wirklich grottenschlecht sind. Eines davon ist Tweet Deck fürs iPad. Tweets, Mentions und DMs werden in Timeline nach dem Zufallsprinzip angezeigt. Angeblich, weil das App nicht mit den europäischen Datums- und Zeitangaben zurechtkommt.

Wie man ein App in den digitalen Orkus schickt ist wirklich simpel: einfach auf das Icon des zu entfernenden Apps für eine Weile draufgedrückt und schon erscheint ein rotes Kreuz oben links. Flugs noch auf dieses getippt und die obligatorische Abfrage abgenickt. Doch was war das? Kurz nachdem ich auf das löschwürdige Icon länger gedrückt hatte, begannen alle anderen Icons eine Art Feixtanz. Der hörte auch nicht auf, nachdem ich das unsinnige Tweet Deck App gelöscht hatte. Das einzige was noch möglich war, war der Wechsel zwischen zwei Bildschirmen.

Was nun? Im Geiste ging ich schon einmal durch, wie man das störrische Gerät resetten konnte. Wie war das? Zuerst die Standby Taste gedrückt halten und dann die Home Taste drücken. Lang, oder kurz? In einem Akt von Verzweiflung drückte ich kurz die Home Taste. Und siehe da, der molekulare Feixtanz war sofort zu Ende. Einige Dinge sind einfach zu einfach!

Helge for President

Urusula von der Leyen? Christian Wulf? Nein, Deutschland hat besseres verdient. Ich hätte da drei pragmatische Vorschläge aus der Welt des Sports und des Showbusiness.

Uli Hoeneß: Keiner poltert so schön wie er. Man stelle sich nur seine Erregung vor, wird er von der Journalistenmeute, nach der Unterzeichnung eines Gesetzes für einen weiteren milliardenschweren Rettungsschirm, gefragt, ob er den wisse, was er da unterschrieben habe. Seine Antwort klingt mir fast schon in den Ohren: “Für die Scheiß-Gesetze, da sind doch die Blödmänner im Bundestag verantwortlich! Die machen doch den Scheiß, nicht ich!” Schön auch die Vorstellung, wie dabei seine Gesichtsfarbe immer mehr ins dunkelrote changiert.

Die Doppelspitze Gerhard Delling und Günter Netzer: Staatsgäste würden zukünftig immer in einem Fernsehstudio vor einer Torwand empfangen und müssten sich dem gnadenlosen Kreuzverhör der beiden stellen. Dazwischen würde Delling von Netzer belehrt werden: “Da sieht man mal wieder, dass Sie überhaupt keine Ahnung haben. Wahrscheinlich ist es Ihnen entgangen, dass Karzai aus einem Land kommt, in dem der Fußball nicht gespielt wird. Er wird gelebt dort… auch -und gerade deswegen- weil die Umstände dort so schwierig sind und das werden Sie den Leuten auch nicht madig machen können.”
Netzer würde aber souverän kontern: “Lassen Sie uns jetzt aber zurückkommen zu unserem Staatsgast, dem afghanischen Präsidenten…”

Und last but not least mein Favorit: Helge Schneider! Peter würde Protokollchef werden und als Gastgeschenk gebe es immer einen Sack Reis oder leckere Schnittchen. Die Kleidung wäre dem Amt sicher auch angemessen und die Bundeswehrkapelle könnte man auflösen.

Während ich das hier so schreibe, kommen mir noch viele weitere Personen in den Sinn. Aber, man ahnt es schon, die Tipperei auf dem iPad ist auf die Dauer doch recht mühsam. Ich überlege mir aber, ob ich nicht eine kleine Serie daraus machen soll. Die Kategorie würde sich “Singende Herrentorten” nennen.

Natural Enemies

Freunde der Handcreme,

ich finde es ja toll, dass sich euere Hände beim Handshake anfühlen wie chinesische Handschmeichler. Aber müsst ihr unbedingt eueren Zeigefinger auf meinem Display ausdrücken, fast so als wäre es eine Zigarette, nur weil genau dort die Fehlermeldung steht? Ohne Brille bin ich zwar fast blind, meine Sehschwäche ist aber damit gut korrigiert. Schaue ich mir nach einiger Zeit mein Display an, so möchte man meinen, ihr würdet euch vorher noch absichtlich mit der Handcreme -Marke Melkfett- die Hände eincremen. Ein Friedhof der Fingerabdrücke sozusagen.

Da wünsche ich mir eine Displayoberfläche wie die meines neuen Gadgets. Auch hier ist nach einiger Zeit der ausgiebigen Nutzung ein skurriles Fettfleckensemble zu sehen. Aber Dank fettabweisender Oberfläche genügt ein Wisch und es ist tatsächlich alles weg. Gibt es so etwas als Zubehör für Displays auch für gestresste IT’ler? Steve Jobs, bitte übernehmen Sie!

Spieglein, Spieglein auf dem Tisch

Die Zeit zwischen zwei Meetings heute habe ich natürlich mit meinem neuen Spielzeug verbracht. Bei den schummrigen Lichtverhältnissen in meinem Büro ist mir aber zum ersten Mal bewusst das spiegelnde Display aufgefallen. Flach auf den Tisch gelegt, erblickte ich mein Antlitz mit einem grellen Lichtschwert im Hintergrund. Das war aber kein übrig gebliebenes Utensil des letzten Star Wars Fanclub Meetings (Sektion Süd), sondern die Neonröhre über meinem Schreibtisch.

Immerhin war es schön mich zu sehen. Fraglich, wie der erste Außeneinsatz läuft. I’ll keep you up to date.